Stuttgarts Tarzan beginnt zu fliegen

Die Proben im Stage Apollo Theater haben begonnen

Stuttgarts Tarzan beginnt zu fliegen

In den letzten drei Wochen wurde ununterbrochen daran gearbeitet, den Dschungel für Disneys Musical TARZAN im Stage Apollo Theater aufzubauen, jetzt ist alles bereit für den Premierencountdown. Das Ensemble um „Tarzan“ Gian Marco Schiaretti und „Jane“ Merle Hoch hat noch genau drei Wochen Zeit, an Choreographien zu feilen, Szenen auszuarbeiten und vor allem die komplizierten Flugeinlagen durch den ganzen Theatersaal einzustudieren. Rund um die Uhr wird in allen Abteilungen unter Hochdruck daran gearbeitet, am 21. November eine bis ins letzte Detail perfekte Show auf die Bühne zu bringen.

Sogar das Foyer wurde zum Probenraum umfunktioniert, damit möglichst viele der 40 Darsteller gleichzeitig arbeiten können. Associate Director Jeff Lee sagt über die heiße Probenphase: „TARZAN ist eine ganz bemerkenswerte Show, mit keiner anderen zu vergleichen. Unser Titelheld ist im afrikanischen Dschungel auf der Suche nach seiner wahren Identität, hin und her gerissen zwischen einer Affen- und einer Menschenfamilie. Die brennende Frage für ihn lautet: Wohin gehöre ich? Tarzan ist ein legendärer Charakter, wurde aber noch nie auf diese Weise dargestellt: als Teil einer den Zuschauerraum mit einbeziehenden Musicalinszenierung. Die Zuschauer sind mitten im Geschehen, während diese mitreißende und berührende Geschichte sich über ihnen und um sie herum abspielt. Kurz gesagt: dieses außergewöhnliche und einzigartige Theatererlebnis sollte niemand verpassen.“

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Für die Darsteller bedeutet TARZAN ebenfalls Höchstleistung. Beim Ape Movement, dem gekrümmten Affengang, bei dem sie sich mit gebeugten Knien fortbewegen und auf den Fingerknöcheln abstützen, dazu die entsprechende Gestik und Affenlaute von sich geben, dürfen menschliche Bewegungen nicht mehr zu erkennen sein. Aber vor allem die Luftakrobatik und die Flugszenen sind Leistungssport pur. Quer durch den Saal und aus bis zu 20 Metern Höhe wird gesprungen und geflogen. „Die Show ist das beste Fitnesstraining, das man sich vorstellen kann. Alle Muskelpartien werden sehr beansprucht, wir brauchen gleichzeitig Kraft und Flexibilität. Das ist zwar anstrengend, aber das Fliegen macht richtig viel Spaß und sorgt für einen ordentlichen Adrenalin-Kick“, sagt TARZAN-Hauptdarsteller Gian Marco über seine Arbeit.

Damit Verletzungen gar nicht erst entstehen, hat Stage Entertainment im Theater eigens eine Physiotherapie-Abteilung eingerichtet, die sich um die Gesundheit und Fitness aller Darsteller kümmert. Alle sind bereit für das Dschungelabenteuer, das ab 21. November das Publikum in seinen Bann ziehen wird.

 

Die Fotos stammen aus folgenden Proben:

Choreographischer Probe – Jungle Funk und Krach im Lager
Choreograf: Sergio Trujillo/Assistant Choreographer: Leonora Stapleton
mit Ensemble + Hauptdarsteller

Szenische Probe – Tarzan und Jane
Associate Drector: Jeff Lee
Künstlerische Leitung: Kaatje Dierks
Tarzan: Gian Marco Schiaretti / Jane: Merle Hoch

Szenische Probe – Terk und kleiner Tarzan
Associate Drector: Jeff Lee
Künstlerische Leitung: Kaatje Dierks
Terk: Emanuele Caserta / Die Kinderdarsteller: Simon Vollmer

Flugprobe im Saal / Apollo Theater
Aerial Designer: Pichón Baldinu
Associate Aerial Design: Angela Philips
Tarzan: Gian Marco Schlaretti
Terk: Emanuele Caserta

So fliegt Tarzan

  • 40% der Zeit bewegt Tarzan sich an Seilen über der Bühne und dem Zuschauerraum.
  • Während der Show werden für Flugbewegungen ca. 360 Einsätze (sogenannte „Cues“) gegeben, die 3.000 Einzelbewegungen steuern. Dabei ist die Cueabfolge teilweise so schnell, dass die Anweisungen nur noch über Lichtimpulse einer Lichtzeichenanlage weitergegeben werden können.
  • Fünf Flugwerke über der Bühne sorgen für die perfekte Flugillusion im Bühnenraum.
  • Um den Darstellern größtmögliche Bewegungsfreiheit in der Luft zu geben, sind auch im Zuschauerraum drei bis zu 30 Meter lange Flugbahnen installiert.
  • Bei den Flugszenen überwinden die Darsteller bis zu 14 Meter Höhenunterschiede.
  • Für die Flugszenen wurde in Argentinien ein spezielles Fluggeschirr („Harness“) entwickelt, das den Darstellern in der Luft eine Rotation um die eigene Achse ermöglicht.
  • Um die gesamten Flugszenen zu realisieren, werden über 7.000 Meter Seil benötigt.
  • Die in der Show eingesetzten Bungeeseile werden jeden Tag aus einem verschlossenen Stahlschrank geholt und nach Gebrauch wieder dort eingeschlossen, damit sie nicht beschädigt werden können. Die Belastbarkeit des Materials, aus dem die Flugseile gefertigt sind, entspricht der von Seilen, die auf Segelyachten beim Admirals-Cup benutzt werden.
  • Bei jeder Show arbeiten fünf speziell ausgebildete Höhenarbeiter hinter der Bühne. Sie sorgen als Flugsicherheitsmanager für die Sicherheit der Darsteller.
  • Im Bühnenbereich befinden sich 25 Abflugpunkte (sogenannte „Drop Points“), aus denen die Darsteller springen, um sich an Seilen über die Bühne schwingen.
  • Auch im Zuschauersaal sind über den Köpfen des Publikums vier „Drop Points“ installiert.
  • Der Bühnenraum ist umlaufend mit dreilagigen aufblasbaren Luftkammern („Airwalls“) gepolstert, die permanent mit 400 m3 Luft gefüllt sind. Sie ermöglichen den Darstellern, sich im Flug gefahrlos von den Wänden abzustoßen.
  • Die Gerüstkonstruktion hinter dem Bühnenbild könnte ein Hochhaus vollständig einhüllen.
  • Der Bühnenboden ist komplett mit Schaumstoff gepolstert und mit handbemaltem Teppich verlegt, da die meisten Darsteller barfuß agieren.
  • In jeder Show legt Tarzan 231 Meter fliegend zurück.

 

Die Welt hinter dem Dschungel

  • Das Ensemble von Disneys Musical TARZAN® besteht aus 39 Darstellern. Während einer Vorstellung stehen 24 Darsteller auf der Bühne.
  • In der Show gibt es 80 unterschiedliche Kostümdesigns. Die Herstellung der Kostüme der Flora und Fauna des Dschungels ist besonders aufwendig und zeitintensiv. In der Trompetenblume z.B. wurden 60 Meter handbemalte und handplissierte Seide verarbeitet. Im fertigen Zustand misst das Kostüm eine Länge von ca. 3 Metern.
  • Die Textilfarben der Kostüme sind meist fluoreszierend, d.h. sie reagieren im Dunkeln auf Schwarzlicht bzw. ultraviolette Strahlung mit extremer Leuchtkraft.
  • Die Affenkostüme wurden aus einem speziellen Lycramaterial in 21 verschiedenen Farbtönen und 4 verschiedenen Schwarzabstufungen gefertigt. An jedes Affenkostüm wurden ca. 20.000 handgefertigte Fransen angebracht. An den jeweiligen Enden aneinander gelegt, würde sich eine Länge von 9 Mio. Zentimetern ergeben. Das entspricht in etwa der Strecke Hamburg – Kiel.
  • Für die Show wurden über 200 Perücken angefertigt. Das Knüpfen einer Perücke dauert ca. 40 Arbeitsstunden. Für die aufwendige Perücke des Affenvaters Kerchak werden sogar etwa 80 Stunden benötigt.
  • Die über 100 maßangefertigten Fluggeschirre („Harnesse“) werden den Kostümdesigns farblich und technisch angepasst und dienen der Sicherheit der Darsteller. Sie müssen unter den Kostümen getragen werden, weshalb die Kostümanproben nur mit Harnessen erfolgen können.
  • Während der gesamten Show werden über 700 Einsatzbefehle (sogenannte „Cues“) an Darsteller und Techniker gegeben. Davon sind allein 130 Cues für die szenischen Verwandlungen auf der Bühne vorgesehen.
  • Ein Großteil der Szenen wird durch Lichtstimmungen gestaltet. So kommen 400 Lichtverwandlungen zum Einsatz. Über 250 „Moving Lights“ sorgen dafür, dass die Darsteller an jeder Position auf oder über der Bühne und im Zuschauerraum perfekt ausgeleuchtet sind.
  • Die szenischen Vorgänge im Bühnenraum und über den Zuschauern werden von 25 Infrarotkameras kontrolliert und überwacht. 20 Personen sind jeden Abend im Einsatz, um die manuellen szenischen Verwandlungen zu koordinieren und den reibungslosen Ablauf der Show zu gewährleisten.
  • Im Verlauf der Show kommen 85 motorische und hydraulische Maschinen zum Einsatz. Die Bühnenmaschinerie benötigt inklusive der Lichtanlage eine Stromstärke von circa 2200 Ampere pro Vorstellung.

Quelle: Text mit Material von Stage Entertainment, Fotos Frank Baudy