Qualitätsensemble bei den Wormser Nibelungen-Festspielen 2015!

Alina Levshin, Catrin Striebeck, Judith Rosmair, Markus Boysen, Maik Solbach und Max Urlacher vom 31. Juli bis 16. August vor dem Dom dabei

Gemetzel 2015

Alina Levshin ist Ortlieb, Sohn Kriemhilds und Etzels, aus dessen Blickwinkel erzählt wird. Judith Rosmair ist Kriemhild, Markus Boysen spielt ihren Ehemann, den Hunnenkönig Etzel. Brünhild wird verkörpert von Catrin Striebeck, Hagen wird von Max Urlacher dargestellt. Die Rolle des Erzählers übernimmt der Narr, gespielt von Maik Solbach. Renommierte Theaterschauspieler und mehrfach ausgezeichnete Film- und Fernsehdarsteller bilden in diesem Sommer bei den Wormser Nibelungen-Festspielen das Qualitätsensemble. Vom 31. Juli bis zum 16. August 2015 finden diese das erste Mal unter der Leitung von Intendant Nico Hofmann statt. Zu sehen sein wird auf der imposanten Freiluftbühne vor dem Wormser Dom die Uraufführung des Stückes „Gemetzel“ von Albert Ostermaier. Regie führt Thomas Schadt, der auch Künstlerischer Leiter des Theaterfestivals ist.

Mit Catrin Striebeck (Ensemblemitglied am Burgtheater Wien, „Soul Kitchen“, „Gegen die Wand“), Judith Rosmair (Schauspiel Köln in „Supernerds“, Schaubühne Berlin und St. Pauli Theater Hamburg, „Polizeiruf 110 – Eine mörderische Idee“), Maik Solbach (gastiert unter anderem am Schauspielhaus Hamburg, „Ein Geschenk der Götter“) und Markus Boysen (Münchner Kammerspiele, Schauspielhaus Hamburg, Burgtheater Wien, „Die Sturmflut“, „Die Luftbrücke“, „Die Heilerin“, „Das Kanzleramt“) werden einige der renommiertesten Theaterschauspieler des deutschsprachigen Raums im Sommer in Worms bei den Nibelungen-Festspielen zu sehen sein.
Alina Levshin wurde für ihre Rolle in „Kriegerin“ mit einem Bambi und einer LOLA ausgezeichnet.

Regisseur Thomas Schadt: „Bei der Auswahl der Schauspieler standen zwei Aspekte im Vordergrund. Zum einen natürlich ihre schauspielerischen Qualitäten und die Lust, die ihnen angetragenen Rollen mit Herzblut und Verstand zu verkörpern. Zum anderen aber auch der Ensemblegedanke, der mir bei dieser Textfassung besonders wichtig erscheint, weil sich in ihr keine Figur existentiell in den Vordergrund, also vor die anderen drängt. Alle zusammen erschaffen das „Gemetzel“ und jeder einzelne trägt seinen entscheidenden Anteil dazu bei. Das ist nach meiner Auffassung nur durch ein hervorragend funktionierendes Gesamtensemble ohne Starrranking zu leisten.“ Intendant Nico Hofmann ergänzt: „Ich bin sehr stolz, wie kraftvoll uns die Palette an Talent gelungen ist, die wir für die Nibelungen Festspiele 2015 zusammenstellen konnten – für mich ist das ein enormer Qualitätsbeweis.“

Insgesamt 13 Schauspieler, fünf Musiker sowie acht internationale Tänzer unter der Leitung des Choreographen Ted Stoffer werden im Sommer auf der Freilichtbühne zu sehen sein. In den weiteren Rollen: Kriemhilds Brüder Gunter, Gernot und Giselher werden gespielt von Holger Kunkel, Gabriel Raab und Peter Becker. Tom Radisch stellt Volker von Alzey dar, Heiko Pinkowski ist Dietrich von Bern und Marion Breckwoldt tritt als Zofe auf. Als Erzähler ist der Sänger Radu Cojocariu mit dabei.

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Das Stück: Albert Ostermaiers „Gemetzel“

Albert Ostermaiers „Gemetzel“ erzählt die Sage aus der Perspektive des Kindes Ortlieb, des Sohnes von Kriemhild und Etzel. Vor allem der psychologische Aspekt soll dabei beleuchtet werden, wie Ostermaier betont: „Es wird in meinem Stück, anders als vielleicht der Titel erwarten lässt, keine Schauspieler geben, die in Stiefeln knöcheltief durch Blut stampfen und dabei schreiend nach Rache dürsten. Es wird nicht chorisch gebrüllt und es werden keine Köpfe abgeschlagen. Es wird keine Gewaltorgie zu sehen sein. Mir geht es um das Gegenteil. Wir alle wissen, dass alles im Nibelungenlied auf das finale Gemetzel zuläuft, dass dort am Ende endlos getötet, gemordet, gemetzelt wird. In meinem Stück geht es darum, wie es dazu kommen konnte und ob es so enden muss. Die Gewalt ist immer präsent, immer hautnah, sie ist in allen Köpfen, sie liegt als Drohung über allem. Die Gewalt lauert wie ein Tier im Unterbewusstsein. In jeder der Figuren, bis auf das Kind. Das Kind hofft die Gewalt durch das Spiel zu verhindern, spielerisch der Geschichte einen anderen Lauf zu geben, als den, den wir kennen und den alle erwarten. Bis zum Ende geht es darum, das Gemetzel zu verhindern, geht es um die Möglichkeit einander Mensch zu bleiben und nicht zu reißenden Wölfen zu mutieren.“ Auch Brücken zu gegenwärtigen Konflikten und zeitlosen Themen sollen so geschlagen werden: „Gerade anhand des Nibelungenlieds müssen und können wir über Bürgerkriege, Flüchtlinge, Diskriminierung, Vorurteile, Utopien und natürlich über unsere Urthemen Liebe, Rache, Gewalt reden. Das Nibelungenlied ist wie ein Urtext, den wir durch unsere Gegenwart immer wieder neu vergegenwärtigen müssen. Wir müssen ihm dafür keine Gewalt antun, denn alle Gegenwart wohnt und wartet in ihm, in seiner Tiefenschärfe und Schärfentiefe. Das Nibelungenlied ist, um mit Brecht zu sprechen, eine Wunde, die geschlossen, als Narbe weiterschmerzt. Aber Narben sind wie Zeilen, auf die wir unsere Geschichte schreiben müssen, sie immer wieder neu erzählen müssen, um zu verstehen, was die Wunde schlug, was sie schloss, was sie wieder aufbrechen ließ, warum wir sie zeigen müssen, um uns zu zeigen.“

Das Bühnenbild

Der preisgekrönte Bühnenbildner Aleksandar Denić hat das Bühnenbild entworfen, das die Gegensätze am Hofe in Ungarn symbolisiert: „Die zwei Türme stehen für Ost und West, die sich in einer konstanten dynamischen Beziehung wie Tag und Nacht, Feuer und Wasser oder Liebe und Hass zueinander bewegen. Beide können ohne den anderen nicht existieren, stehen sich gegenüber, bereit sowohl für Krieg als auch für Frieden“, so Denić.

Nibelungen-Festspiele als kultureller Leuchtturm des Landes Rheinland-Pfalz

Die rheinland-pfälzische Kulturministerin Vera Reiß, die bei der Vorstellung des Ensembles am Donnerstag, 16. April, zugegen war, unterstrich die Bedeutung der Nibelungen-Festspiele und wünschte dem neuen Intendanten und seinem Team viel Erfolg: „Kaum ein anderes rheinland-pfälzisches Kulturprojekt wirkt und wirbt so dauerhaft und über die Grenzen Deutschlands hinweg wie die Nibelungen-Festspiele. Die Landesregierung hat die Wormser Festspiele als Patin ohne zu zögern von Geburt der Idee an unterstützt. Die herausragende Qualität der Künstlerinnen und Künstler, die von überall her nach Worms kommen, und das immense Engagement mit dem die Bürgerinnen und Bürger die Festspiele mitgestalten, machen sie zu dem was sie sind: ein kultureller Leuchtturm in Rheinland-Pfalz mit Strahlkraft weit darüber hinaus.“ Oberbürgermeister Kissel zum hochkarätigen Team 2015: „Ich bin mir sicher, dass wir dieses Jahr die Nibelungen-Festspiele in Bezug auf ihr Ansehen und ihre Außenwirkung noch einmal auf ein neues Level heben und neue Zielgruppen aus ganz Deutschland für die Festspiele werden begeistern können.“

Die Nibelungen-Festspiele 2015

Vom 31. Juli bis zum 16. August 2015 finden die Nibelungen-Festspiele in Worms das erste Mal unter der Leitung von Intendant Nico Hofmann statt. Zu sehen sein wird auf der imposanten Freiluftbühne vor dem Wormser Dom eine Uraufführung. Der preisgekrönte Schriftsteller und Autor der Nibelungen-Festspiele Albert Ostermaier erzählt in seinem Stück „Gemetzel“ die Nibelungengeschichte aus einer völlig neuen Perspektive: aus der Sicht des Kindes Ortlieb, des Sohnes von Kriemhild und Etzel. „Gemetzel“ wird inszeniert vom mehrfach ausgezeichneten Regisseur (Adolf-Grimme-Preis, Deutscher Fernsehpreis) und Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg Thomas Schadt, der auch Künstlerischer Leiter der Nibelungen-Festspiele ist. Das künstlerische Team hinter den Kulissen ist international besetzt: Der aus Belgrad stammende Aleksandar Denić, „Bühnenbildner des Jahres 2014“ („Theater heute“), sorgt für ein optisch packendes Bühnenbild vor dem Wormser Kaiserdom und der amerikanische Choreograph Ted Stoffer wird mit seinen Tänzern eine eigene Erzählebene herstellen, die das Schauspiel auf der Bühne reflektiert.

Service

„Gemetzel“ wird vom 31. Juli bis 16. August 2015 an 16 Abenden aufgeführt (Montag, 10. August ist spielfrei). Die Tribüne auf der Nordseite des Wormser Kaiserdoms umfasst 1300 Plätze. Tickets können über die Hotline 01805 – 33 71 71 (0,14 Euro/Minute aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk maximal 0,42 Euro/Minute) oder über die Internetseite www.nibelungenfestspiele.de bestellt werden. Ebenso bieten alle bekannten TicketRegional-Vorverkaufsstellen die Karten an, auch dort gilt der Rabatt.

EWR CLEWR-Card-Inhaber erhalten zehn Prozent auf zwei Eintrittskarten bei Buchung über die oben genannte Hotline sowie beim TicketService Worms (gilt nicht in Kombination mit anderen Rabatten).

Dankeschön

Die Nibelungen-Festspiele wären auch 2015 nicht ohne die Unterstützung aus der Wirtschaft realisierbar. Besonderer Dank gebührt den Mastersponsoren EWR Aktiengesellschaft, Sparkassenverband Rheinland-Pfalz, Kultursommer Rheinland-Pfalz der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, Parkhotel Prinz Carl, Verlagsgruppe Rhein Main GmbH & Co. KG, Zweites Deutsches Fernsehen sowie den Hauptsponsoren Evonik Industries AG, Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, Volksbank Alzey-Worms eG, Trans Service Team GmbH, Rheinhessenwein e. V., Südwestrundfunk, Peterstaler Mineralquellen GmbH, PepsiCo Deutschland GmbH, Erzeugergemeinschaft Winzersekt GmbH und WISAG Facility Management Süd-West GmbH.

Quelle: Nibelungen-Festspiele Worms